Autor: Andreas Alkis Fischer

  • Reflexionen über Menschenwürde

    Der Begriff der Menschenwürde hat eine lange Geschichte im Abendland, und bezeichnete zunächst die herausgehobene Stellung des Menschen innerhalb der Schöpfung. Rechtsgeschichtlich in Gebrauch kam der Begriff ab der frühen Neuzeit, speziell bei dem Rechtsphilosophen Samuel von Pufendorf (1632-1694), der die Menschenwürde (dignitas) in der Unsterblichkeit der Seele und der Befähigung des Menschen zur Vernunft…

  • Zur Frage des Guten

    Der Begriff des Guten ist der zentrale Begriff der Moralphilosophie. Von vornherein ist zu unterscheiden zwischen dem „gut für“ und „gut schlechthin“ oder einfach nur „gut“ ohne weiteren Zusatz. Das „gut für“ ist kein Gegenstand der Moralphilosophie, sondern der instrumentellen Vernunft, des Zweckhandelns. Es ist keiner weiteren Betrachtung bedürftig. Die Frage, was „gut“ im zweiten…

  • Politik vs. Moral

    Wenn wir Moral an dieser Stelle verstehen als den Einsatz für die legitimen Interessen anderer, und Politik als den Kampf um die Durchsetzung eigener Interessen innerhalb verabredeter Spielregeln, dann ergibt sich aus der Definition, dass hieraus für den handelnden Politiker Konflikte entstehen in dem Maße, in dem er Moral zu seinem Leitfaden macht. Der in…

  • Zum Sein-Sollen-Problem

    Das Sein-Sollen-Problem wird üblicherweise eingeleitet mit dem Verweis auf eine Theorem, das auch als Hume’sches Gesetz bekannt ist. Es besagt, dass man aus dem Sein kein Sollen ableiten kann. Aus der bloßen Feststellung einer Tatsache gibt es danach keinen schlussfolgernden Übergang zu einer Verpflichtung zum Handeln bzw. Unterlassen. Im Folgenden wird dafür argumentiert, dass die…

  • Teleologie und ihre Bedeutung

    Teleologie ist ein Konzept, das hauptsächlich in der Naturphilosophie behandelt wird und das dort aus verschiedenen Gründen oft bekämpft wird. Grundsätzlich geht es bei Teleologie um die Phänomene der Funktionalität (etwa von Organen lebendiger Wesen), der Zielorientierung (etwa von Wachstumsprozessen, Bewegung und Verhalten von Lebewesen) als auch der Zweckmäßigkeit größerer Systeme (also von Ökosystemen oder…

  • Welches Ziel verfolgt die heutige Linke?

    Die Frage lautete heute nicht mehr „Was ist links?“, sondern: „Was verfolgen Linke?“ (Ich fasse das im Folgenden mit dem Grünen zusammen, und nenne die gesamte Bewegung je nach Schwerpunkt links oder linksgrün). Von dem ursprünglichen linken Anliegen, nämlich dem Klassenkampf und dem Kampf für die Interessen der Arbeiterschaft ist kaum noch ein Rest geblieben.…

  • Was ist das „Reich Gottes“ im Evangelium?

    „Reich Gottes“ ist der zentrale Begriff innerhalb der „Botschaft“ von Jesus, der Inhalt seiner Verkündigung, sprich: des Evangeliums (= die Gute Botschaft). Er bezieht sich auf eine nur in der Religion angesprochene Sphäre, welche NOTWENDIG (also religions“logisch“) unfassbar bleibt. Diese Sphäre und das dahinein  Verortete lässt sich nicht in der Erfahrungswelt der Alltagswirklichkeit auffinden noch…

  • Zur Psychologie des Linken

    Wenn es nach der historischen Bilanz ginge, nach der Anzahl der Leichen, dem Ausmaß des Leidens, welche diese Ideologie über Menschen und Völker gebracht hat, so müsste der Sozialismus mitsamt der daran angeschlossenen Utopie des vollendeten Kommunismus längst im Orkus der Geschichte gelandet sein, und der Damnatio memoriae übergeben. Zwar ist der Kommunismus die extremste…

  • Maßlosigkeit – die fundamentale Schwachstelle linken Kulturkampfes

    Die linken Kulturkämpfer haben eine fundamentale Schwäche, die ihren Bestrebungen und Bewegungen immer wieder das Genick bricht, aber nicht, bevor sie nicht schon einen immensen Schaden angerichtet haben. Diese Schwäche ist die Maßlosigkeit, die immer wieder auftretende Tendenz zur völligen Entgrenzung des Anspruchs, zur Überdrehung der Forderung, zur Totalisierung der Parolen und Ideologeme. Im Marxismus…

  • Über den Untergang des Christentums – und den Umgang damit

    Das Christentum hat in unseren Gefilden fertig! – und der evangelische Kirchentag ist wieder (!) einmal ein peinlich-trauriger Beleg dafür. Allein die Veranstaltungsverzeichnisse der letzten drei Kirchentage in Dortmund, Nürnberg und Hannover offenbaren ein Bild des Grauens. Von Vulvamalen bis Queere Tiere auf der Arche war alles dabei, was das bunte woke LGBTQ+ Herz begehrt.…